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Dienstag,
8. März 2005 |
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35
Künstler, 35 Bilder Gemeinschaftsausstellung
der Künstlergruppe Malwerkstatt Bodensee Malerinnen
und Maler jeden Alters treffen sich regelmässig in den offenen Malateliers
von Annelies Meyer. Im Regionalen Pflegeheim in Romanshorn zeigen sie nun
ihre Werke. Barbara
Inglin «Passt
der silberne Rahmen zum Sonnenblumenbild?» Drei Frauen stecken die Köpfe
zusammen und diskutieren eifrig. «Wie wäre es mit einem dunklen Braun?»,
schlägt jemand vor. «Zu düster», entscheidet Annelies Meyer, Leiterin des
offenen Malateliers Parterre in Romanshorn. Die Teilnehmerinnen befinden sich
mitten in den Vorbereitungen für die Gemeinschaftsausstellung, die am
nächsten Samstag, 12. März, im Regionalen Pflegeheim eröffnet wird. Grosse Vielfalt «Ich
weiss noch gar nicht, wie wir alle Bilder unterkriegen sollen», lacht die
Organisatorin und Leiterin des Malateliers. 35 Künstler aus ihren drei
Werkstätten in Kreuzlingen, Engelswilen und
Romanhorn möchten in der Cafeteria des Pflegeheims ausstellen. Aber sie gibt
sich zuversichtlich. Schliesslich hat sie die Anzahl Bilder auf die Anzahl
Künstler reduziert: ein Künstler, ein Bild. «Von höchst abstrakten Werken bis
zum feinsten Aquarell wird alles zu sehen sein», verrät Meyer. Und sie ist
überzeugt, dass die Besucher überrascht sein werden, was «nur» Hobbymaler
zustande bringen. «Jeder
zeigt, was er kann» Die
Künstler sind so unterschiedlich wie ihre Bilder. «Die älteste Malerin ist
schon lange pensioniert, der kleinste Künstler besucht die erste
Primarklasse», berichtet die Kunsttherapeutin. «Jeder zeigt, was er kann.»
Die Kinder sind gespannt, ob sie durch einen Verkauf ihr Taschengeld etwas
aufbessern können. Die erwachsenen Künstler sind zurückhaltender. Sie können
sich kaum zwischen Verkaufen und Behalten entscheiden. «Preis auf Anfrage»
ist dann der rettende Kompromissvorschlag. Mehr
Spass am Malen Annelies
Meyer ist ausgebildete Kunsttherapeutin. «Das offene Malatelier Malwerkstatt
hat aber keinen therapeutischen Hintergrund», stellt sie klar. «Hier ist die
Freude am Malen und das Zusammensein wichtig.» Letzterem stimmt auch Christa Bienst zu, die seit letztem Herbst die Malwerkstatt
besucht. «Malen könnte ich auch zu Hause, aber hier macht es einfach mehr
Spass.» Einen therapeutischen Aspekt hat das Ganze für sie aber doch. «Wegen
eines Maltraumas habe ich seit 30 Jahren kein einziges Bild mehr gemalt»,
erzählt die Krankenschwester. «Jetzt taste ich mich Schritt für Schritt
vorwärts, bis ich wieder da bin, wo ich einmal war.» Ein angefangenes Bild
mit einer düsteren Steinlandschaft hat sie zum Kurs mitgebracht. Nach zwei
Stunden flattern im Vordergrund zwei bunte Schmetterlinge. «Farbe und Kunst
wirken immer therapeutisch», muss die Kunsttherapeutin da spontan zugeben. Letzter
Schliff An
der Alleestrasse werden immer noch wichtige Fragen diskutiert. «Mit oder ohne
Passepartout?» «Welchen Titel gebe ich meinem Bild?» Annelies Meyer verrät
Tipps und Tricks, macht Vorschläge und kritisiert. Bis am Samstag muss alles
perfekt sein, denn sie erwartet «ganz, ganz viele Besucher». Die
Ausstellung dauert vom 12. März bis 25. April (8 bis 18 Uhr) im Regionalen
Pflegeheim in Romanshorn. Am Samstag, 16 Uhr, wird die Ausstellung durch
Gemeindeammann Max Brunner eröffnet und von Manuela Meier musikalisch
untermalt. Annelies
Meyer , Kunsttherapeutin und Künstlerin Nach
einer KV-Lehre arbeitete Annelies Meyer bei der Verwaltung des Kantons
Zürich. Der Liebe wegen zog sie in die Ostschweiz, wo sie in einem Heim für
alkoholkranke Männer Büroarbeiten erledigte. Aus den Gesprächen mit den
Männern merkte sie, dass viele das Bedürfnis hatten zu malen. Sie gründete
ihre erste Malgruppe. Vieles war aber für Annelies Meyer noch zu unklar. So
begann sie 1995 die Ausbildung zur Kunsttherapeutin. Seit ihrem Abschluss
bildet sie sich regelmässig in Kursen weiter. Die Maltherapie ist neben dem
offenen Malatelier ihr zweites berufliches Standbein. (ing) Offenes
Malatelier Das
erste offene Malatelier eröffnete Annelies Meyer 1997 in Herdern.
Schon damals waren vom Künstler bis zum blutigen Anfänger alle willkommen.
Nach zwei Jahren folgte der Umzug nach Kreuzlingen. Da immer mehr Anfragen
von Ausserhalb eintrafen, schaute sich Annelies Meyer nach weiteren
Kursräumlichkeiten um. Seit dem 1. Januar 2004 mietet sie in einer
Trägerschaft mit zwei anderen Künstlerinnen ein altes Fabrikgebäude an der
Alleestrasse in Romanshorn, wo zwei Mal wöchentlich gemalt wird. (ing) |
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